Die geplante Stadtautobahn L 404 n durchschneidet die
Düsselaue und zerstört das Naherholungsgebiet im
Düsseltal
Zwischen Knuppertsbrück und der neuen Rampenbrücke über
die S-Bahn soll eine vierspurige Stadtautobahn gebaut werden. Sie ist Teil
einer Gesamtstrecke von Unterbach/Vennhausen bis nach Flingern. Bis zu 50.000
Autos sollen tagsüber diese Strecke fahren.
Keine Autobahn durchs Landschaftsschutzgebiet - haltet die
Luftleitbahn für unsere Frischluftversorgung frei!
Gegen die neue Stadtautobahn hat sich eine Bürgerinitiative
gebildet, in der wichtige Umwelt- und Naturschutzverbände aus
Düsseldorf mitarbeiten.
Wir lehnen die neue Straße durch die Düssel-Aue aus folgenden
Gründen ab:
- Das Freirauminformationssystem (FIS), das der Stadt als offizielle,
durch Fachgutachten belegte Planungsrichtlinie dient, weist der Düsselaue
vorrangige Freiraumfunktionen zu, die durch den Bau der Autobahn zerstört
würden.
- Lebensqualität und Gesundheit der Bürgerinnen und
Bürger wird damit beeinträchtigt. Die Stadt handelt mit der Planung
gegen ihre eigenen öffentlich dargelegten Planungsansprüche.
- Die Straße wird von der Brücke kommend lange Zeit auf
einem hohen Damm verlaufen. Der Straßenlärm wird weit in die
Düsselaue hinein schallen. Der Erholungswert wird dadurch stark gemindert,
das Landschaftsbild wird verändert. Die Wanderwege in der Aue werden von
den Wohngebieten in Gerresheim und Vennhausen abgeschnitten.
- Die Straße führt zu Störungen des Wasserhaushaltes,
des Klimas sowie des Lebensraumes für Menschen, Pflanzen und Tiere. Die
Stadt selbst weist der Düsselaue einen hohen Stellenwert als "sehr
wertvolles Biotop mit Bedeutung für den Biotopverbund" aus. Darüber
hinaus wird ihr "hohe Bedeutung als Regulator für den Wasserhaushalt und
hohe natürliche Ertragsfähigkeit" bestätigt.
- Bei Knuppertsbrück muß der bewaldete Hang abgetragen und
durch eine Beton-Stützwand ersetzt werden. Schützenswerte alte
Laubbäume und Obstbäume im Wald und in der Düsselaue müssen
gefällt werden.
- Die Düsselaue dient laut Klimagutachten für die Stadt
Düsseldorf der Frischluftversorgung und Abkühlung der westlich
gelegenen Wohngebiete. Eine vierspurige Stadtautobahn in Dammlage und mit hohen
Schallschutzwänden beeinträchtigt diese klimatisch bedeutsame
Klimazone zwischen Stadt und Landschaftsraum in unverantwortlicher Weise.
- Der jüngst veröffentlichte Luftmessbericht belegt, dass
nach Jahren der Besserung die Luftverschmutzung in Düsseldorf wieder
deutlich angestiegen ist. Sie hat den Stand der Werte von Anfang der 90er Jahre
wieder erreicht. Hauptsächlich wird dies durch den Autoverkehr verursacht.
In einer solchen Situation ist es unverantwortlich, eine vierspurige
Stadtautobahn in eine Frischluftleitbahn zu bauen und dort den Autoverkehr
wesentlich zu erhöhen.
- Stadt und Landschaftsraum werden von der erforderlichen breiten
Trasse räumlich und optisch getrennt. Das ist "ästhetische
Umweltverschmutzung". Eine solche Straße hat außerdem einen
immensen Flächenbedarf und bringt den Verlust an landwirtschaftlich
genutzten Böden, Wiesen, Waldflächen und Kleingartenanlagen wie auch
an historischen Gebäuden (Haus Knuppertsbrück und Buscherhof) mit
sich.
- Schon bei einer zweispurigen Straße würden weit über
30.000 qm Waldfläche und Biotopentwicklungsflächen allein in der Aue
und am Waldsaum versiegelt, abgetragen oder beeinträchtigt. Eine
vierspurige Stadtautobahn hätte noch dramatischere Eingriffe zur Folge!
Alle diese Zerstörungen und Beeinträchtigungen würden
für jedermann deutlich werden, wenn die Stadt ein Umweltgutachten zur L
404 n in Auftrag geben würde. Deshalb wird das wohlweislich nicht gemacht.
Die Straße soll gegen die Interessen der Natur und der Erholung suchenden
Menschen noch vor der Kommunalwahl durchgepeitscht werden.
Bitte helfen Sie uns, diese drohende Katastrophe zu verhindern!